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Google und nofollow-Links: Es gibt Neues im Jahr 2019

Im September 2019 verkündete Google Neues über die Behandlung von nofollow-Links. Doch um diese besser zu verstehen, zuvor ein kleiner Exkurs: Warum sind Webseiten-Links für Suchmaschinen wichtig? Warum können diese Rankings positiv, als auch negativ, beeinflussen?

PageRank: Die Basis der Suchmaschine

Es gibt über eine Milliarde Websites auf der ganzen Welt. Um hier überhaupt gewünschte Inhalte finden zu können, entwickelte man schon bald Suchmaschinen. Auf eine Suchanfrage listen diese – nach Relevanz sortiert – passende Ergebnisse auf. Doch es stellt sich hier die Frage, wie kann entschieden werden, was relevant ist?
Eine einfache Möglichkeit wäre zum Beispiel, nach der Auftrittshäufigkeit der Suchterme zu reihen. Dies schafft jedoch großes Manipulationspotential. Es würde hierbei bereits reichen, etliche Male die Suchbegriffe auf der Seite anzuführen, für die man gefunden werden will (sogenanntes Keyword Stuffing).

Um dieses Problem zu umgehen, hatte Larry Page (der Namensgeber des PageRanks) und Sergei Brin, eine Idee, aus der bald darauf Google zum Leben erwachte. Die Idee lehnt sich an wissenschaftliche Arbeiten an: Umso öfter eine wissenschaftliche Arbeit zitiert wird, desto wichtiger scheint diese zu sein.

Umgelegt auf das PageRank-Verfahren bedeutet dies: Umso öfters eine Seite verlinkt wird, desto wichtiger bzw. relevanter wird diese wahrscheinlich sein. Es wird bei der Reihung auch beachtet, wie hoch der PageRank der verlinkenden Seite ist: Sprich hat eine Seite einen hohen PageRank, gibt diese über ihre Links viel PageRank weiter.


PageRank
Doch auch dies ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Auch hier lassen sich sehr einfach die Ergebnisse manipulieren. Wer am meisten Links auf die eigenen Seiten erzeugt, würde ganz einfach an Position 1 rücken. Gästebücher und Foren wurden aufgrund dieses Schlupfloches massenhaft mit Spam-Beiträgen überhäuft. Denn das Einzige das damals zählte, war, viele Links auf seine Seite zu bekommen – egal von woher diese kamen.

Ein Versuch der Abhilfe: “nofollow“

Um wieder Herr der Lage zu werden, wurde im Jahr 2005 ein Attribut für Links eingeführt, dass es erlaubt, einzelne Links zu „entwerten“. Statt einen Link wie üblich folgendermaßen in HTML kennzuzeichnen:

<a href=“https://www.codeaware.at/“>codeaware GmbH</a>

kann ab diesem Zeitpunkt über die Option rel=”nofollow”

<a href=“https://www.codeaware.at/“ rel=“nofollow“>codeaware GmbH</a>

der Hinweis gegeben werden, dass diese nicht für die PageRank-Berechnung berücksichtigt werden sollen. Es kann somit automatisch, für alle Links aus Kommentaren, Gästebucheinträgen, Foreneinträge, etc. dieses Attribut mitgegeben werden, um Suchmaschinen mitzuteilen, dass dies keine „Empfehlung“ entsprechend des PageRanks ist.

In den „Richtlinien für Webmaster“[1] von Google wird beispielsweise explizit angeführt, dass Links, die zur Manipulation von Reihungen führen könnten, als nofollow-Link zu kennzeichnen sind. Dies betrifft unter anderem bezahlte Links (z. B. Werbung) als auch exzessiven Linktausch.

Unnatürliche Links: Abstrafungen durch den Google Penguin

Doch auch „nofollow“-Attribute konnten die Manipulationen der Rankings nicht eindämmen. Der nächste Schritt waren die sogenannten Penguin-Updates zwischen 2012 und 2013. Durch diese wurde versucht, Seiten zu erkennen, die ein unnatürliches Linkprofil besitzen.

Will heißen: Eine Webseite die bspw. 4.739 dofollow-Links (also Links ohne nofollow-Attribut), aber keinen einzigen nofollow-Link hat, scheint verdächtig zu sein.

Ebenso wird seitdem untersucht, welche Link-Texte (Anker-Texte) verwendet werden (werden immer „harte“ Keywords verwendet?). Wie schnell steigt die Anzahl der eingehenden Links? Sind die Links von themenrelevanten Seiten? Ein Link aus einem Gartenforum auf ein Gasthaus ist in den meisten Fällen nicht natürlich.

Einzelne Links sind hier nicht kritisch. Treten allerdings vermehrt Hinweise auf ein unnatürliches Linkprofil auf, kann dies zu einer Abstrafung oder sogar Deindizierung der Webseite führen.

Der nächste Versuch: Medic Update

2018 war es jedoch wieder Zeit für ein großes Update. Um eine noch bessere Qualität der Suchergebnisse zu erreichen, spielt seit dieser Aktualisierung E-A-T eine große Rolle.

E-A-T bedeutet in diesem Fall: Expertise, Authority und Trust.

Wichtig ist somit, ein Experte für die eigenen Inhalte zu sein, eine Autorität zu sein, als auch vertrauenswürdig zu sein.

Eine Herangehensweise kann hier zum Beispiel der sogenannte TrustRank sein. Hierbei werden manuell Seiten mit 100% an Vertrauenswürdigkeit ausgewählt. Jeder ausgehende Link von diesen Seiten erhält nur mehr einen Teil dieser Vertrauenswürdigkeit.
Umso weiter somit eine Webseite im Linkgraph von diesen „vertrauenswürdigen Seiten“ entfernt ist, desto weniger TrustRank wird dieser Webseite zugestanden.

Was für Google Seiten mit hohen E-A-T-Werten sind, kann in den Search Quality Evaluator Guidelines[2] nachgelesen werden. Dies sind die Richtlinien für Personen, die manuell Seiten für Google nach deren Qualität beurteilen.

Wie geht es weiter?

Aus der Angst heraus, „unberechtigterweise“ PageRank weiterzugeben, werden mittlerweile oftmals alle Links auf externe Seiten mit nofollow markiert. Ein bekanntes Beispiel ist zum Beispiel Wikipedia. Es werden dort alle Referenzen mit nofollow verlinkt – um Spamversuche gering zu halten. Doch ist eine Webseite, die in Wikipedia angeführt ist – sofern sie kein Spam ist – nicht auch für Suchergebnisse relevant?

Um dieses Dilemma zu lösen, gibt es seit Kurzem für Google weitere Link-Attribute:

rel=“sponsored“Bezahlte Links, wie Werbung, soll nun mit diesem Attribut versehen werden.
rel=“ugc“UGC bedeutet hier „User Generated Content“. Links die nicht vom Webmaster stammen, sondern beispielsweise über Kommentare zustande gekommen sind, sollen so gekennzeichnet werden.
rel=“nofollow“Möchte man keine Aussage über die Art des Links machen bzw. will keinen PageRank vererben, soll weiterhin nofollow verwendet werden.

Die größte Umstellung hierbei ist, dass von nun an, nofollow-Links nicht mehr definitiv vom Ranking ausgeschlossen werden. Das nofollow-Link-Attribut ist nur noch ein Hinweis für Google. Google entscheidet somit selbst, welche Links von nun an in das Seiten-Ranking einfließen, und welche nicht.

Inwiefern diese Änderungen sich in den Suchergebnissen auswirken, wird die Zeit zeigen. Ganz klar ist allerdings, dass Google in Zukunft durch diese Angaben weitere Parameter bekommt, welche helfen, unnatürliche Linkprofile zu erkennen.

Der ursprüngliche Google-Artikel zu den neuen Link-Attributen kann hier gefunden werden: https://webmasters.googleblog.com/…/evolving-nofollow-new-ways-to-identify.html

[1] https://support.google.com/webmasters/answer/35769
[2] https://static.googleusercontent.com/…/searchqualityevaluatorguidelines.pdf

Über den Autor:
Philipp Doblhofer
Philipp Doblhofer
Head of Development
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Die Leidenschaft an Software- und Webentwicklung ist bei Philipp seit über 10 Jahren ungebrochen. Bereits während dem Studium an der TU Wien gründete er ein Einzelunternehmen, welches individuelle Softwareentwicklung anbot. Aus einer langjährigen geschäftlichen Partnerschaft hat sich daraus schlussendlich die Agentur codeaware GmbH entwickelt.

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