Die 12 besten Content-Management-Systeme 2020

Aktualisiert am 25. Juni 2020

Bei der Planung einer Website ist oft die große Frage: Welches Content-Management-System setze ich ein?
Immerhin gibt es quasi abertausende solcher Systeme – von einer Eigenentwicklung, über proprietäre bis zu Open-Source-Sytemen mit starken Support der jeweiligen Community.

Bevor wir jedoch die beliebtesten Content-Management-Systeme vergleichen, wollen wir die Frage beantworten, was überhaupt ein CMS ist.

Wikipedia sagt dazu folgendes:

„Ein Content-Management-System (kurz CMS, deutsch Inhaltsverwaltungssystem) ist eine Software zur gemeinschaftlichen Erstellung, Bearbeitung und Organisation und Darstellung von digitalen Inhalten (Content) zumeist zur Verwendung in Webseiten, aber auch in anderen Medienformen. Diese Inhalte können aus Text- und Multimedia-Dokumenten bestehen. Ein Autor mit entsprechenden Zugriffsrechten kann ein solches System in vielen Fällen ohne oder mit wenig Programmier- oder HTML-Kenntnissen bedienen, da die Mehrzahl der Systeme über eine grafische Benutzeroberfläche verfügt.“

Kurz erklärt, mit einem CMS kann man Seiten und Inhalte, wie Medien (Videos, Fotos, Dokumente) aber auch Texte ganz einfach und ohne große Vorkenntnisse einpflegen und verwalten. Jeder der schon einmal eine Word- bzw. Excel-Datei erstellt hat, kann in der Regel auch mit einem CMS umgehen.

Um ein Gefühl für die Nutzung der populärsten CMS zu bekommen, nachfolgend eine Auflistung der 10 meistbenutzten Produkte – selbstverständlich inklusive deren Vor- und Nachteilen.

 

 

Anhand dieser Grafik sieht man sofort, dass der Markt mit Abstand durch das beliebteste CMS WordPress beherrscht und dominiert wird. Weit abgeschlagen und nicht einmal in den Top 10 befindlich, ist das – bei großen Unternehmen immer noch beliebte – CMS Typo3.

Das beliebteste CMS WordPress ist vor allem durch seine einfache Handhabung und Installation nicht nur in der Blogger-Szene beliebt, auch immer mehr größere Unternehmen setzen auf die Vorteile von WordPress. Typo3 hingegen setzt vertiefte Programmierkenntnisse, nicht zuletzt auf Grund der eigenen Typo-Script Sprache, voraus. Auch die Installation und Wartung ist hier wesentlich komplexer – im Vergleich zum Sieger.

Auf Platz 2. liegt Shopify, das vor allem bei Webshops und Shop-Lösungen beliebt ist, da hier ohne großen Aufwand ein Webshop erstellt werden kann. Dieser müsste in WordPress erst durch ein Plugin installiert und angepasst werden. Shopify ist in der Liste der beliebtesten CMS in letzter Zeit stark nach vorne gerutscht – vermutlich ausgelöst durch die Corona-Krise und die Stärkung des Online-Handels.

Abschließend kann aber erwähnt werden, dass jeder für sich selbst entscheiden muss welches CMS für seine Tätigkeit am geeignetsten ist. Jedes CMS hat für sich seine Vorteile, aber dadurch natürlich auch Nachteile.

Inhalts­verzeichnis

  1. WordPress mit 63.6% Marktanteil
  2. Shopify mit 4.3% Marktanteil
  3. Joomla mit 4.0% Marktanteil
  4. Drupal mit 2.7% Marktanteil
  5. Squarespace mit 2.4% Marktanteil
  6. Wix mit 2.4% Marktanteil
  7. Bitrix mit 1.7% Marktanteil
  8. Blogger mit 1.7% Marktanteil
  9. Magento mit 1.3% Marktanteil
  10. OpenCart mit 1.0% Marktanteil
  11. PrestaShop mit 0.9% Marktanteil
  12. Typo3 mit 0.6% Marktanteil
  13. Fazit

Quelle: w3techs.com (Juni 2020)

1. 

Kategorie: Blog-Software
Erscheinungsjahr:
2003
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPLv2 (or later)
Anzahl an Plugins: über 56.900 (Stand Juni 2020)

Ursprünglich wurde WordPress als Content-Management-System zum Erstellen eines Web-Blogs entwickelt. Aufgrund der Vielzahl an Community-Plugins kann mittlerweile problemlos alles von Shopsystemen bis hin zu komplexen Corporate-Sites erstellt werden. Es ist vergleichsweise einfach, eigene Plugins und Designs zu entwickeln, und somit maßgeschneiderte Funktionen für die eigene Webpräsenz zu entwickeln.

Ein Nachteil von WordPress ist, dass es (ohne spezielle Plugins) nicht möglich ist, mehrsprachige Webseiten bereitzustellen. Ebenso können mit einem WordPress-System ohne diverse Plugins keine komplexen Benutzerberechtigungen vergeben werden. Nachdem dieses CMS aber mit Abstand am populärsten ist, finden sich für diese Zwecke etliche Plugins, die diese Funktionen trotzdem bereitstellen.

Hervorzuheben ist noch, dass dieses CMS sehr einfach und intuitiv aufgebaut ist, und somit bereits nach nur wenig Einarbeitungszeit gearbeitet werden kann. Ebenso kann mit der Basisfunktionalität eine sogenannte MultiSite-Umgebung eingerichtet werden. Hierfür kann eine einzige WordPress-Installation Inhalte für verschiedene Domains ausliefern. Die Wartung reduziert sich somit auf eine einzige WordPress-Instanz.

2.Logo: Shopify

Kategorie: E-Commerce-System
Erscheinungsjahr:
2006
Programmiersprache: keine Angaben
Deutschsprachig: ja
Lizenz: proprietär (ab 29 USD/Monat – Stand Juni 2020)
Anzahl an Plugins: in etwa 3.200 (Stand Juni 2020)

Mit Shopify ist es möglich, einfach seinen eigenen Online-Shop zu erstellen. Das Hosting und die Serverwartung übernimmt hier Shopify direkt.

Abgesehen von etwa 70 fertigen Themes, kann, sofern erforderlich, das Design auch selbst mit CSS und HTML angepasst werden. Über den sogenannten App-Store können weitere Funktionen nachgerüstet werden.

Erwähnenswert ist noch, dass teilweise große Firmen wie Google, General Electric und Tesla ebenso auf Shopify setzen. (Shopify Plus)

3. Logo: Joomla

Kategorie: Content-Management-System
Erscheinungsjahr:
2005
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPLv2 (or later)
Anzahl an Plugins: über 7.500 (Stand März 2020)

An Platz 3 der meistbenutzten CMS steht Joomla mit bereits nur mehr einer Verbreitung von 4.0%. Im Vergleich zu WordPress ist hier die Unterstützung von mehrsprachigen Seiten mit an Board – dafür ist eine MultiSite-Umgebung nicht ohne Plugins möglich.

Wer gerne mit seiner Seite einen Blog betreiben möchte, muss hier – im Vergleich zu Systemen wie WordPress – etwas Vorarbeit leisten, und Joomla dafür konfigurieren. Grund dafür ist, dass Joomla als Inhaltstyp von Haus aus nur „Seiten“ anbietet, WordPress zum Beispiel von Haus aus „Beiträge“ und „Seiten“.

Das Rechtesystem ist etwas besser konfigurierbar als z. B. bei WordPress. Hier lassen sich – auch ohne Plugins – eigene Benutzergruppen anlegen und konfigurieren. Durch die Möglichkeit, feinere Berechtigungsstufen zu vergeben, ist die Einrichtung allerdings auch etwas aufwendiger.

Der Einstieg und Bedienung ist aufgrund der etwas größeren Basisfunktionalität etwas komplexer, allerdings ansonsten weiterhin einfach und intuitiv.

4.

Kategorie: Content-Management-System
Erscheinungsjahr:
2000
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPL
Anzahl an Plugins: über 45.000 (Stand Juni 2020)

Drupal bietet im Gegensatz zu den anderen CMS Unterstützung beim Aufbau von Communities, im Sinne von, dass Benutzer eigene Weblogs erstellen, in seiteneigene Foren posten können, etc.
Das Berechtigungssytem ist sehr feingranular und ausgereift.
Mit Modulen, die für Drupal in großer Anzahl verfügbar sind, lässt sich die Funktionalität nach belieben erweitern.

Nachteil von Drupal im Vergleich zu den vorhergehenden Content-Management-Systemen ist, dass für ein Update des „Cores“ – also der Basis des CMS – dieses manuell über z. B. FTP ersetzt werden muss. Einen einfachen Updater über das Backend gibt es hierfür nicht. Es muss somit bei der Auswahl des CMS bedacht werden, dass daher für das updaten selbst etwas mehr Zeit in Anspruch genommen werden muss. Um die Seite nicht allzu lange in den Wartungsmodus versetzen zu müssen, sollte vorab eine zuverlässige Update-Strategie geplant werden.

5. Logo: Squarespace

Kategorie: Homepage-Baukasten
Erscheinungsjahr:
2003
Programmiersprache: keine Angaben
Deutschsprachig: ja
Lizenz: proprietär (ab 9 €/Monat – Stand Juni 2020)

Per Drag-and-Drop kann eine eigene Website kreiert werden. Zur Verfügung stehen fertige Templates und Designs.
In bestimmten Tarifen ist es möglich, eigenen HTML Code einzubauen – ein komplettes Bearbeiten der Templates ist an und für sich nicht möglich. Ein Bearbeiten über die grafische Konfiguration ist natürlich trotzdem möglich. Solange keine speziellen Designs umgesetzt werden müssen, ist dies somit kein Hindernis.

Mit Squarespace lässt sich ab einem gewissen Tarif ebenso ein Onlineshop aufbauen.

Ob Squarespace für große Firmenwebsiten geeignet ist, sei dahingestellt. Als Portfolio-Seite / Web-Blog oder erste Website für Startups, ist es allerdings auf alle Fälle geeignet.

6. Logo: Wix

Kategorie: Homepage-Baukasten
Erscheinungsjahr:
2006
Programmiersprache: keine Angaben
Deutschsprachig: ja
Lizenz: proprietär (Basisversion kostenlos, „Connect Domain“ ab 4,50 €/Monat – Stand Juni 2020)
Anzahl an Plugins: über 250 (Stand Juni 2020)

Wie Squarespace ist Wix ein Homepage-Baukasten. Über Drag-and-Drop kann hier über einen grafischen Editor eine eigene Website erstellt werden. Als Auswahl gibt es über 500 Templates. Zu beachten gilt: Ist einmal ein Template ausgewählt, kann dies – ohne Verlust sämtlicher Inhalte – nicht mehr gewechselt werden.

Aus Sicherheitsgründen wird eigener HTML-Code nur als iFrame eingebaut (Sandbox). Klarerweise leidet hierunter die Flexibilität.

Wix bietet an, kostenlos eine Website zu erstellen. Hierfür ist allerdings keine eigene Domain möglich – Werbung wird ebenso eingeblendet.
Eine eigene Domain ist nur mit den Premium-Tarifen möglich. Ab dem Tarif „Combo“ (8,50€/Monat – Stand Juni 2020) wird auch keine Werbung von Wix mehr angezeigt.

Wie auf für Squarespace gilt hier: Ob sich dieses Produkt für große Firmenwebsiten eignet, sei dahingestellt. Als Portfolio-Seite / Web-Blog oder erste Website für Startups, ist es allerdings auf alle Fälle geeignet.

7.

Kategorie: CRM
Erscheinungsjahr:
2012
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja

Bitrix24 ist eine Software, die interne Kommunikation, Aufgabenverwaltung und CRM anbietet. Ebenso können über einen Website-Builder Webseiten und Landingpages erstellt werden.

8. Blogger

Kategorie: Blog-Software
Erscheinungsjahr:
1999
Programmiersprache: keine Angabe
Deutschsprachig: ja

Blogger.com bzw. blogspot.com erlaubt es, kostenlos einen eigenen Blog zu erstellen. Notwendig dafür ist lediglich ein Google-Konto – immerhin ist dies ein von Google im Jahr 2003 gekauftes Produkt.
Es gibt keine „Premium“-Version oder ähnliches – ebenso keine Erweiterungen – die Flexibilität ist dadurch stark eingeschränkt.
Es ist allerdings grundsätzlich möglich, mit XHTML ein eigenes Template/Design zu erstellen.

Für einen einfachen Blog ist diese Variante durchaus möglich, vor allem da die Erstellung quasi kinderleicht ist. Es kann ebenso eine eigene Domain für den Blog eingerichtet werden.

9. Logo: Magento

Kategorie: E-Commerce-System
Erscheinungsjahr:
2008
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: OSL (Open Source License)
Anzahl an Plugins: über 5.200 (Stand Juni 2020)

Im Vergleich zu Shopify, kann Magento auf einem eigenen Server betrieben werden. Durch tausende Plugins kann der Funktionsumfang beliebig erweitert werden – Eigenentwicklungen sind ebenso möglich. Magento ermöglicht es auch, mehrere Shops auf unterschiedlichen Domains mit unterschiedlichen Sortiment zu betreiben.

Wie bei vielen Open-Source-Produkten, wird hier eine kostenlose Community-Edition als auch eine kostenpflichtige Enterprise-Edition angeboten. Kunden der Enterprise-Version erhalten direkten Support von Magento. Für die Enterprise-Version wird ebenso eine Hosting-Variante angeboten. Auf der offiziellen Website werden keine konkreten Preise genannt – diese erhält man individuell auf anfrage. Sie dürften allerdings bei in etwa 22.000 bzw. 40.000 USD / Jahr starten.

10. Logo: OpenCart

Kategorie: E-Commerce-System
Erscheinungsjahr:
2009
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPLv3
Anzahl an Plugins: über 13.000 (Stand Juni 2020)

OpenCart ist ebenso ein Shop-System. Im Vergleich zu den anderen gelisteten Shop-Systemen sticht hier die große Anzahl an Plugins ins Auge.
So ist es möglich, auch ohne viel Programmierkenntnisse, diverse Funktionen einfach durch ein Plugin zu lösen

11. Logo: PrestaShop

Kategorie: E-Commerce-System
Erscheinungsjahr:
2007
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: OSL (Open Source License)
Anzahl an Plugins: über 3.900 (Stand Juni 2020)

Im Vergleich zu Magento, ist die Installation und Konfiguration, nicht ganz so komplex. Die Benutzeroberfläche ist für PrestaShop intuitiver. Für kleinere Shops ist somit möglicherweise PrestaShop zu bevorzugen.

Im Gegensatz zu Magento, gibt es für PrestaShop allerdings keinen offiziellen Support. Die größte Community ist französischsprachig – vor allem da PrestaShop in Frankreich entwickelt wurde.

12.Logo: Typo3

Kategorie: Content-Management-System
Erscheinungsjahr:
1998
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPL
Anzahl an Plugins: über 1.300 (Stand Juni 2020)

Typo3 gilt als das Flaggschiff an CMS. Es bietet beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Leider ist es daher sehr komplex und benötigt oft mehr Einarbeitungszeit als andere Produkte. Mehrsprachigkeit, Multi-Site-Umgebungen, umfangreiches Berechtigungsmanagement und Caching sind nur einige der Features, die unterstützt werden.

Aufgrund der vielfältigen Fähigkeiten stellt es an den Server höhere Ansprüche als andere Content-Management-Systeme.

Konfiguriert wird die Seite über die Sprache TypoScript. Nicht nur deshalb ist für den Einsatz dieses Systems umfangreiche Erfahrung notwendig.

Fazit

Wie man bereits an dieser kleinen Auswahl sieht, gibt es für jede Anforderung mehrere Möglichkeiten diese zu erreichen. Vor allem an der starken Marktpräsenz von WordPress und Webseite-Baukästen wie Wix und Squarespace sieht man, dass der Wunsch nach einer eigenen Präsenz im Internet stark ausgeprägt ist.
Für Unternehmen sind diese Baukästen-Systeme oft nicht geeignet – dafür gibt es in ausreichender Zahl alternative Angebote die auch hier alle Wünsche erfüllen können.



Keine Neuigkeiten mehr verpassen? Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an!


Weitere Meldungen

Alle Blog-Artikel