Die 10 besten Content-Management-Systeme 2019

Bei der Planung einer Website ist oft die große Frage: Welches Content-Management-System setze ich ein?
Immerhin gibt es quasi abertausende solcher Systeme – von einer Eigenentwicklung, über proprietäre bis zu Open-Source-Sytemen mit starken Support der jeweiligen Community.

Um ein Gefühl für die Nutzung der populärsten CMS zu bekommen, nachfolgend eine Auflistung der 10 meistbenutzten Produkte – selbstverständlich inklusive deren Vor- und Nachteilen.

 

 

Inhalts­verzeichnis

  1. WordPress mit 60.3% Marktanteil
  2. Joomla mit 5.3% Marktanteil
  3. Drupal mit 3.4% Marktanteil
  4. Shopify mit 2.7% Marktanteil
  5. Squarespace mit 2.7% Marktanteil
  6. Wix mit 1.9% Marktanteil
  7. Magento mit 1.8% Marktanteil
  8. PrestaShop mit 1.4% Marktanteil
  9. Blogger mit 1.4% Marktanteil
  10. Typo3 mit 1.2% Marktanteil
  11. Fazit

Quelle: w3techs.com (März 2019)

1. 

Kategorie: Blog-Software
Erscheinungsjahr:
2003
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPLv2 (or later)
Anzahl an Plugins: über 54.000 (Stand März 2019)

Ursprünglich wurde WordPress als Content-Management-System zum Erstellen eines Web-Blogs entwickelt. Aufgrund der Vielzahl an Community-Plugins kann mittlerweile problemlos alles von Shopsystemen bis hin zu komplexen Corporate-Sites erstellt werden. Es ist vergleichsweise einfach, eigene Plugins und Designs zu entwickeln, und somit maßgeschneiderte Funktionen für die eigene Webpräsenz zu entwickeln.

Ein Nachteil von WordPress ist, dass es (ohne spezielle Plugins) nicht möglich ist, mehrsprachige Webseiten bereitzustellen. Ebenso können mit einem WordPress-System ohne diverse Plugins keine komplexen Benutzerberechtigungen vergeben werden. Nachdem dieses CMS aber mit Abstand am populärsten ist, finden sich für diese Zwecke etliche Plugins, die diese Funktionen trotzdem bereitstellen.

Hervorzuheben ist noch, dass dieses CMS sehr einfach und intuitiv aufgebaut ist, und somit bereits nach nur wenig Einarbeitungszeit gearbeitet werden kann. Ebenso kann mit der Basisfunktionalität eine sogenannte MultiSite-Umgebung eingerichtet werden. Hierfür kann eine einzige WordPress-Installation Inhalte für verschiedene Domains ausliefern. Die Wartung reduziert sich somit auf eine einzige WordPress-Instanz.

2. Logo: Joomla

Kategorie: Content-Management-System
Erscheinungsjahr:
2005
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPLv2 (or later)
Anzahl an Plugins: über 7.900 (Stand März 2019)

An Platz 2 der meistbenutzten CMS steht Joomla mit bereits nur mehr einer Verbreitung von 5.3%. Im Vergleich zu WordPress ist hier die Unterstützung von mehrsprachigen Seiten mit an Board – dafür ist eine MultiSite-Umgebung nicht ohne Plugins möglich.

Wer gerne mit seiner Seite einen Blog betreiben möchte, muss hier – im Vergleich zu Systemen wie WordPress – etwas Vorarbeit leisten, und Joomla dafür konfigurieren. Grund dafür ist, dass Joomla als Inhaltstyp von Haus aus nur „Seiten“ anbietet, WordPress zum Beispiel von Haus aus „Beiträge“ und „Seiten“.

Das Rechtesystem ist etwas besser konfigurierbar als z. B. bei WordPress. Hier lassen sich – auch ohne Plugins – eigene Benutzergruppen anlegen und konfigurieren. Durch die Möglichkeit, feinere Berechtigungsstufen zu vergeben, ist die Einrichtung allerdings auch etwas aufwendiger.

Der Einstieg und Bedienung ist aufgrund der etwas größeren Basisfunktionalität etwas komplexer, allerdings ansonsten weiterhin einfach und intuitiv.

3.

Kategorie: Content-Management-System
Erscheinungsjahr:
2000
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPL
Anzahl an Plugins: über 42.000 (Stand März 2019)

Drupal bietet im Gegensatz zu den anderen CMS Unterstützung beim Aufbau von Communities, im Sinne von, dass Benutzer eigene Weblogs erstellen, in seiteneigene Foren posten können, etc. 
Das Berechtigungssytem ist sehr feingranular und ausgereift.
Mit Modulen, die für Drupal in großer Anzahl verfügbar sind, lässt sich die Funktionalität nach belieben erweitern.

Nachteil von Drupal im Vergleich zu den vorhergehenden Content-Management-Systemen ist, dass für ein Update des „Cores“ – also der Basis des CMS – dieses manuell über z. B. FTP ersetzt werden muss. Einen einfachen Updater über das Backend gibt es hierfür nicht. Es muss somit bei der Auswahl des CMS bedacht werden, dass daher für das updaten selbst etwas mehr Zeit in Anspruch genommen werden muss. Um die Seite nicht allzu lange in den Wartungsmodus versetzen zu müssen, sollte vorab eine zuverlässige Update-Strategie geplant werden.

4.Logo: Shopify

Kategorie: E-Commerce-System
Erscheinungsjahr:
2006
Programmiersprache: keine Angaben
Deutschsprachig: ja
Lizenz: proprietär (ab 29 USD/Monat – Stand März 2019)
Anzahl an Plugins: in etwa 2.500 (Stand März 2019)

Mit Shopify ist es möglich, einfach seinen eigenen Online-Shop zu erstellen. Das Hosting und die Serverwartung übernimmt hier Shopify direkt.

Abgesehen von etwa 70 fertigen Themes, kann, sofern erforderlich, das Design auch selbst mit CSS und HTML angepasst werden. Über den sogenannten App-Store können weitere Funktionen nachgerüstet werden.

Erwähnenswert ist noch, dass teilweise große Firmen wie Google, General Electric und Tesla ebenso auf Shopify setzen. (Shopify Plus)

5. Logo: Squarespace

Kategorie: Homepage-Baukasten
Erscheinungsjahr:
2003
Programmiersprache: keine Angaben
Deutschsprachig: ja
Lizenz: proprietär (ab 11 €/Monat – Stand März 2019)

Per Drag-and-Drop kann eine eigene Website kreiert werden. Zur Verfügung stehen fertige Templates und Designs.
In bestimmten Tarifen ist es möglich, eigenen HTML Code einzubauen – ein komplettes Bearbeiten der Templates ist an und für sich nicht möglich. Ein Bearbeiten über die grafische Konfiguration ist natürlich trotzdem möglich. Solange keine speziellen Designs umgesetzt werden müssen, ist dies somit kein Hindernis.

Mit Squarespace lässt sich ab einem gewissen Tarif ebenso ein Onlineshop aufbauen.

Ob Squarespace für große Firmenwebsiten geeignet ist, sei dahingestellt. Als Portfolio-Seite / Web-Blog oder erste Website für Startups, ist es allerdings auf alle Fälle geeignet.

6. Logo: Wix

Kategorie: Homepage-Baukasten
Erscheinungsjahr:
2006
Programmiersprache: keine Angaben
Deutschsprachig: ja
Lizenz: proprietär (Basisversion kostenlos, Premium ab ca. 4 €/Monat – Stand März 2019)
Anzahl an Plugins: über 250 (Stand März 2019)

Wie Squarespace ist Wix ein Homepage-Baukasten. Über Drag-and-Drop kann hier über einen grafischen Editor eine eigene Website erstellt werden. Als Auswahl gibt es über 500 Templates. Zu beachten gilt: Ist einmal ein Template ausgewählt, kann dies – ohne Verlust sämtlicher Inhalte – nicht mehr gewechselt werden.

Aus Sicherheitsgründen wird eigener HTML-Code nur als iFrame eingebaut (Sandbox). Klarerweise leidet hierunter die Flexibilität.

Wix bietet an, kostenlos eine Website zu erstellen. Hierfür ist allerdings keine eigene Domain möglich – Werbung wird ebenso eingeblendet. 
Eine eigene Domain ist nur mit den Premium-Tarifen möglich. Ab dem Tarif „Combo“ (8,25€/Monat – Stand März 2019) wird auch keine Werbung von Wix mehr angezeigt.

Wie auf für Squarespace gilt hier: Ob sich dieses Produkt für große Firmenwebsiten eignet, sei dahingestellt. Als Portfolio-Seite / Web-Blog oder erste Website für Startups, ist es allerdings auf alle Fälle geeignet.

7. Logo: Magento

Kategorie: E-Commerce-System
Erscheinungsjahr:
2008
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: OSL (Open Source License)
Anzahl an Plugins: über 4.600 (Stand März 2019)

Im Vergleich zu Shopify, kann Magento auf einem eigenen Server betrieben werden. Durch tausende Plugins kann der Funktionsumfang beliebig erweitert werden – Eigenentwicklungen sind ebenso möglich. Magento ermöglicht es auch, mehrere Shops auf unterschiedlichen Domains mit unterschiedlichen Sortiment zu betreiben.

Wie bei vielen Open-Source-Produkten, wird hier eine kostenlose Community-Edition als auch eine kostenpflichtige Enterprise-Edition angeboten. Kunden der Enterprise-Version erhalten direkten Support von Magento. Für die Enterprise-Version wird ebenso eine Hosting-Variante angeboten. Auf der offiziellen Website werden keine konkreten Preise genannt – diese erhält man individuell auf anfrage. Sie dürften allerdings bei in etwa 22.000 bzw. 40.000 USD / Jahr starten.

8. Logo: PrestaShop

Kategorie: E-Commerce-System
Erscheinungsjahr:
2007
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: OSL (Open Source License)
Anzahl an Plugins: über 3000 (Stand März 2019)

Im Vergleich zu Magento, ist die Installation und Konfiguration, nicht ganz so komplex. Die Benutzeroberfläche ist für PrestaShop intuitiver. Für kleinere Shops ist somit möglicherweise PrestaShop zu bevorzugen.

Im Gegensatz zu Magento, gibt es für PrestaShop allerdings keinen offiziellen Support. Die größte Community ist französischsprachig – vor allem da PrestaShop in Frankreich entwickelt wurde.

9. Blogger

Kategorie: Blog-Software
Erscheinungsjahr:
1999
Programmiersprache: keine Angabe
Deutschsprachig: ja

Blogger.com bzw. blogspot.com erlaubt es, kostenlos einen eigenen Blog zu erstellen. Notwendig dafür ist lediglich ein Google-Konto – immerhin ist dies ein von Google im Jahr 2003 gekauftes Produkt.
Es gibt keine „Premium“-Version oder ähnliches – ebenso keine Erweiterungen – die Flexibilität ist dadurch stark eingeschränkt.
Es ist allerdings grundsätzlich möglich, mit XHTML ein eigenes Template/Design zu erstellen.

Für einen einfachen Blog ist diese Variante durchaus möglich, vor allem da die Erstellung quasi kinderleicht ist. Es kann ebenso eine eigene Domain für den Blog eingerichtet werden.

10.Logo: Typo3

Kategorie: Content-Management-System
Erscheinungsjahr:
1998
Programmiersprache: PHP
Deutschsprachig: ja
Lizenz: GPL
Anzahl an Plugins: über 6.000 (Stand März 2019)

Typo3 gilt als das Flaggschiff an CMS. Es bietet beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Leider ist es daher sehr komplex und benötigt oft mehr Einarbeitungszeit als andere Produkte. Mehrsprachigkeit, Multi-Site-Umgebungen, umfangreiches Berechtigungsmanagement und Caching sind nur einige der Features, die unterstützt werden.

Aufgrund der vielfältigen Fähigkeiten stellt es an den Server höhere Ansprüche als andere Content-Management-Systeme.

Konfiguriert wird die Seite über die Sprache TypoScript. Nicht nur deshalb ist für den Einsatz dieses Systems umfangreiche Erfahrung notwendig.

Fazit

Wie man bereits an dieser kleinen Auswahl sieht, gibt es für jede Anforderung mehrere Möglichkeiten diese zu erreichen. Vor allem an der starken Marktpräsenz von WordPress und Webseite-Baukästen wie Wix und Squarespace sieht man, dass der Wunsch nach einer eigenen Präsenz im Internet stark ausgeprägt ist.
Für Unternehmen sind diese Baukästen-Systeme oft nicht geeignet – dafür gibt es in ausreichender Zahl alternative Angebote die auch hier alle Wünsche erfüllen können.

 

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